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FITNESS: Fitengo VS so-much-more / Berlin / Vergleichsartikel

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Flexible Flatrate-Fitness in der Hauptstadt – Fitengo und Somuchmore im Test

Der Sommer kommt und Berlin macht sich bereit für die Strandfigur. Angebote, Fitnessstudios und Kurse gibt es wie Sand am Meer. Zwei Startups aus Berlin haben den starren Vertragsregeln der Fitnessstudios jetzt den Kampf angesagt: Fitengo und Somuchmore bieten eine Abo-Karte, mit der die Mitglieder in unterschiedlichen, über die ganze Stadt verteilten, Partnerstudios trainieren können. So kann sich Jeder ganz nach seinen Wünschen fit halten und sogar jeden Tag ein völlig anderes Trainingsprogramm durchziehen. Hier sind beide Anbieter im Detail-Vergleich.

Firmenstruktur und Geschäftsmodell

Fitengo wurde im Mai 2014 in Berlin von Jan Wiesmann und Daniel Blumberg gegründet. Die beiden waren genervt vom ständigen Suchen nach passenden Fitnesskursen. Aus einer anfänglichen Suchmaschine für Fitnesskurse wurde ganz schnell ein Flatrate-Karten-Modell. Fitengo hat sich auf ein breites Fitnessmodell für jeden möglichen Kunden festgelegt, entsprechend weit gestreut sind auch die Ausrichtungen und Schwerpunkte der Partnerstudios.

yoga-167062_1280Somuchmore-Gründer Johannes Klose ist seit dem Start der Plattform im Februar 2014 sowas wie der Liebling der Blogosphäre. Seine Seite bietet zwar im Grunde das gleiche Kartenmodell, setzt aber auf den ganzheitlichen, holistischen Ansatz. Darum sind hier auch viel mehr Yoga- und Pilatesstudios involviert, als dies bei Fitengo der Fall ist. Klose sagt selbst, dass nur Studios in der Plattform integriert sind, die den ganzheitlichen Lebensansatz auch wirklich umfassend und nachweislich leben.

Fitengo ist inzwischen auch in anderen Städten vertreten, konzentriert sich aber auch hier auf die Ballungszentren. Bisher gibt es aber noch wenige Partnerstudios in z.B. Köln, Hamburg oder München. Auch Somuchmore expandiert, hier reichen die Fühler sogar bis London. Stuttgart folgt zeitnah, Hamburg und München sind schon dabei. Sollten Mitglieder also einmal im Urlaub oder auf Geschäftsreise sein, können sie auch deutschlandweit in den Partnerstudios trainieren.

yoga-682360_1280Denn das Grundprinzip ist bei beiden Plattformen gleich: Mit einer Karte kann der Kunde an vielen bzw. allen Kursen in ganz verschiedenen Fitnessstudios teilnehmen, ohne Einzelgebühren oder die jeweilige Mitgliedschaft zahlen zu müssen. Dadurch ist er natürlich unheimlich flexibel und kann sich sein Fitnessprogramm immer wieder neu zusammenstellen und auch ungewöhnliche Kurse testen. Weil der Kunde nicht an ein Studio bzw. an eine Kette gebunden ist, braucht er keine langen Wege mehr. Mal eben schnell in der Mittagspause oder vor der Arbeit trainieren, neue Fitnesstrends ausprobieren oder neue Leute kennenlernen – mit beiden Startups passt sich endlich auch die Fitnesswelt an die mobile Gesellschaft an.

Preise und Vertragsbedingungen

Fitengo und Somuchmore bieten ein gestaffeltes Preissystem mit mehreren Kartenmodellen an. Der wichtigste Unterschied ist dabei, wie viele Kurse und wie viele Spezialangebote pro Monat und Studio in Anspruch genommen werden können.

Fitengos Classic Card für aktuell 49 Euro monatlich erlaubt den Zugang 26 Fitnessstudios. Dazu zählt Fitengo klassische Studios, die ein breites Angebot an Kursen und Geräten bieten. Die Goldkarte für momentan 79 Euro ermöglicht außerdem den Zugang zu 73 Spezialstudios. Hier sind Yoga- oder Pilatesstudios, Tanzstudios etc. mit inbegriffen. Wer also nur strikte Fitness ohne Experimente will, fährt gut mit der Classic Card. Neues lässt sich so aber nicht entdecken. Der große Sprung von 26 Studios zu fast 100 Studios erklärt zwar den Preisunterschied zwischen Classic und Gold, wirkt aber auf den ersten Blick etwas willkürlich.

Somuchmore staffelt die Mitgliedschaft in drei Kategorien. Mit der White Card Lite für aktuell 39 Euro kann das Mitglied vier Kurse pro Monat absolvieren, davon 3 pro Anbieter und Monat. Das Upgrade auf die White Card für 69 Euro eröffnet eine unlimitierte Anzahl von Kursen pro Monat, bei 3 Kursen pro Anbieter und Monat. Mit der Black Card für monatlich 99 Euro sind alle Kurse unlimitiert. Hier fällt natürlich erstens sofort die Kursbegrenzung ins Auge, die bei der Einsteigerkarte schnell erreicht ist. Ein effektives Workout ist ab einem gewissen Fitnessgrad so kaum zu erreichen. Auch die normale White Card ist (natürlich aus geschäftlichen Gründen) begrenzt. Mit 99 Euro ist die unlimitierte Karte mit fast 100 Euro schon ein ziemlicher Brocken im Geldbeutel, soll allerdings laut Somuchmore trotzdem die entsprechenden Kosten der Einzelkurse bei weitem unterbieten.

Unter diesen Gesichtspunkten – vor allem, was die Limitierung betrifft – sind die Kartenpreise bei beiden Anbietern in jedem Fall teurer als eine durchschnittliche Mitgliedschaft in einem Studio. Das gleichen sie aber durch eine viel größere Auswahl an Standorten, Kursen und Fitnessmöglichkeiten wieder aus. Die Frage für jeden Interessenten ist nur, ob er diese Bandbreite auch nutzen wird. Um das herauszufinden, können Interessenten bei beiden Anbietern eine unverbindliche Testphase von 14 Tagen absolvieren.

Bei Somuchmore ist dieser Test in jedem Fall auf drei Kurse beschränkt. Fitengo ermöglicht den Test in der jeweils gewählten Kategorie und dabei auch zu diesen Konditionen. Das macht es für Somuchmore-Interessenten relativ schwierig herauszufinden, ob sie mit einer Black Card nicht besser fahren würden. Kündigen kann man bei beiden Anbietern aber ganz einfach innerhalb dieser beiden Wochen per Mail. Ein späteres Upgrade der Karte in eine andere Kategorie ist übrigens bei Fitengo und Somuchmore kein Problem. Andersherum funktioniert es leider nicht.

Ein dicker Vorteil gegenüber normalen Mitgliedschaften im Studio ist die flexible Kündigungsmöglichkeit von einem Monat bei beiden Anbietern. Auch längeres Pausieren im Urlaub ist bei beiden kein Problem. Fitengo berechnet pro pausierten Monat 15 Euro, Somuchmore ist kostenlos. Eine Mindestvertragslaufzeit über den einen Monat hinaus gibt es nicht. Auch die Aufnahme kostet nichts. Natürlich sind die Karten bzw. die Mitgliedschaft personengebunden.

Partnerstudios und Kursangebot

Fitengo hat in Berlin 82 Partnerstudios, die über die ganze City verteilt sind. Das Angebot umfasst dabei alle aktuellen Fitnesstrends, klassische Kraft-Buden, Yogas-Studios, EMS usw. Auch Somuchmore kann mit der gleichen Anzahl Studios in ganz Berlin aufwarten. Die Liste zeigt hier aber, ganz nach der Ausrichtung der Plattform, einen deutlichen Hang zu Yoga-, Pilates- und Gesundheitsstudios. Zusätzlich können hier auch Ernährungs- und Lifestylekurse gebucht werden.

machines-91849_1280Alle Studios und Kurse kann man jederzeit besuchen, muss aber in beiden Fällen auf der Website nachschauen, ob für einen Kurs eine Voranmeldung erforderlich ist, oder nicht. Pro Tag darf jeder Kunde ein Studio dabei nur einmal aufsuchen. Somuchmore checkt sein Kurslimit online mit einem Check-In-Tool, das der Kunde benutzen muss – egal, ob es eine Voranmeldung gibt, oder nicht. Wird das Kurslimit überschritten, ist pro Kurs eine Sonderzahlung fällig.

Bei Fitengo geht der Kunde ins jeweilige Studio oder Spezialstudio und legt los. Für Kurse mit Anmeldung sollte sich das Mitglied hier aber direkt bei den Partnern melden. Für manche Kurse, wie Aerial Yoga, muss ein Fitengo-Mitglied kleine Zusatzgebühren zahlen. Gleiches gilt auch bei Somuchmore. Andere zusätzliche Optionen in den Studios selbst kosten für Karten-Inhaber manchmal zwar eine Gebühr, doch ist diese kleiner als bei einer normalen Mitgliedschaft im Studio.

Support und Service

Beide Anbieter haben auf ihren jeweiligen Seiten eine detaillierte Suchfunktion eingerichtet, mit der der Nutzer seinen Trainingsplan und gewünschte Kurse ganz einfach zusammenstellen kann. Zu jedem Partnerstudio gibt es eine ausführliche Seite, die die Freigabe für verschiedene Karten, eventuelle Zusatzkosten und natürlich den Standort und Kontaktmöglichkeiten auflistet.

Jedes Mitglied erstellt einen Onlineaccount, in dem Kurse, Vorlieben und Pläne erstellt werden können. Das Somuchmore-Mitglied sieht hier auch, ob eventuell die Kursanzahl für den Monat schon erschöpft ist. Der Kontakt zu beiden Anbietern ist recht einfach und funktioniert gleichfalls per Mail und auch telefonisch. An Übersichtlichkeit liegt Fitengo ein wenig vor Somuchmore, wobei letzterer eine eindeutig schöner anzuschauende Seite vorweisen kann.

Fazit

Während sich beide Angebote an junge, neugierige und fitnessbegeisterte Stadtmenschen richten, sind sie doch nicht für denselben Typ gemacht. Fitness-Freaks mit großer Lust aufs Auspowern, Ausprobieren und aufs Trainieren sind bei Fitengo besser aufgehoben. Wer einen ganzheitlichen, holistischen Ansatz in seinem Trainings- und Lebensprogramm sucht, gehört genau zur Zielgruppe von Somuchmore.

Fitengo ist momentan günstiger als Somuchmore und bietet eine einfachere Staffelung. Dafür fehlen hier interessante zusätzliche Kursangebote, wie es bei Somuchmore der Fall ist. Die begrenzte Kurszahl in den unteren Kategorien ist bei Somuchmore ist ein Minuspunkt, bei Fitengo ist es das Fehlen von Spezialkursen bzw. -studios in den unteren Kategorien. In jedem Fall ist das Kartenmodell nur etwas für Sportsfreunde, die auch die Abwechslung suchen. Wer sowieso nur immer ins selbe Studio für den gleichen Trainingsplan rennt, ist schon aus geldtechnischen Gründen mit einer normalen Mitgliedschaft besser beraten.

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