Koalition und SPD offenbar einig über Truppen-Aufstockung in Afghanistan
Steinmeier: Abzug, wenn Gebiete befriedet sind
Von Martin Müller-Mertens
Jetzt steht der deutschen Truppen-Aufstockung in Afghanistan offenbar kaum mehr etwas entgegen. Dafür hatte die Bundesregierung einen Konsens mit den oppositionellen Sozialdemokraten gesucht. Am Mittag erklärte SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier nun die weitgehende Einigung. Jetzt erwarte man die förmliche Beschlußvorlage des Kabinetts.
Am Vormittag hätten sich Steinmeier und SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles demnach mit Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) getroffen. Es habe „keine Verhandlungen“, sondern eine weitere Information gegeben, so Steinmeier. Er habe den Eindruck, die Bundesregierung sei jetzt „bemüht“, die „Bedingungen“ der SPD zu erfüllen.
Einen verbindlichen Abzugstermin beinhalten diese „Bedingungen“ nicht. Vielmehr soll die Ausbildung von afghanischer Armee und Polizei verstärkt, die „beruhigten Gebiete im Norden“ - sofern dann vorhanden - ab Anfang 2011 an die Kabuler Behörden übergeben, in diesem Fall der Abzug der Bundeswehr begonnen und 2013 bis 2015 abgeschlossen werden.
Eine konkrete Anzahl neuer Soldaten, denen die SPD zustimmen könnte, wollte Steinmeier auch auf Nachfrage nicht nennen. Allerdings dürften 350 Mann,d ie für die Reserve vorgesehen sind, „keine Erhöhung des regelmäßigen Kintengents“, sein, sondern „zeitlich begrenzt“ unter Einbeziehung des Verteidigungsausschußes eingesetzt werden.
Veröffentlicht: 8. Dezember 2010
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