Mittwoch, 29. Februar 2012

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Neue Geldkarte für Kleinstbeträge – Aufbruch zur Totalüberwachung des Geldverkehrs?


Geld / Foto: Wikipedia

 

Von Heiko Wenzel

Geht es ans Bezahlen, ist den Deutschen meist nur Bares Wahres. Bei 60 Prozent aller Ausgaben wechseln Münzen und Scheine den Besitzer. Kreditkarten spielen im deutschen Zahlungsverkehr nur eine untergeordnete Rolle und auch das Abbuchen von der EC-Karte beschränkt sich zumeist auf größere Summen. Anscheinend zum Ärger von Banken, die jetzt massiv ein neues bargeldloses System für Kleinbeträge protegieren wollen. Kritiker warnen jedoch vor einer zunehmenden Überwachung des Zahlungsverkehrs.

Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung sind die neuen Karten mit einem Chip ausgestattet, abgebucht wird blitzschnell per Funk. PIN oder Unterschrift werden nicht mehr abgefragt. Das System soll zunächst für Beträge bis 20 oder 25 Euro eingesetzt werden. Allein die Sparkassen wollen die Zahl entsprechender Karten von derzeit 1,6 auf bald 16 Millionen steigern. Neben mehreren Sportvereinen, Esso-Tankstellen und Douglas soll bald auch eine Drogerie- und eine Lebensmittelkette die neuen Karten akzeptieren.

Selbstverständlich sei das System besonders sicher – erklären zumindest deren Anbieter. "Es werden keine Kundeninformationen, keine Namen, an den Handel weitergegeben", versichert in dem Bericht zudem Werner Netzel, Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen und Giroverbands.

Kritiker warnen dagegen: ist das System erst einmal durchgesetzt, läßt es sich durch den Endverbraucher real nicht mehr kontrollieren. Letztlich würde jede noch so kleine Ausgabe für eine Tasse Kaffee oder eine Zeitung digital erfaßt. Und vielleicht eines Tages auch gespeichert, abgeglichen, zugeordnet. Der jeweilige Standort des Besitzers ließe sich herausfinden, Persönlichkeitsprofile erstellen, Produktvorlieben und die Solvenz eines Kunden erkennen. Und auch Sicherheitsbehörden hätten sicher ihre Verwendung für die so erhobenen Daten.

 

BERLINER UMSCHAU-Meldung vom 06.01.2012 - 11:35 Uhr

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