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Geheimtipps in Berlin

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Diese Orte müssen Sie sehen

Das Brandenburger Tor, den Fernsehturm als höchstes Gebäude Deutschlands oder eine Rundfahrt auf der Spree – diese Topattraktionen haben Sie ganz sicher auf dem Zettel, wenn Sie die Hauptstadt besuchen. Aber Sie sollten sich auch ein wenig Zeit nehmen für die „kleinen“ Sehenswürdigkeiten, die versteckten Sight-Seeing-Tipps, die aber doch einen originären Berliner Status haben. Ein paar von diesen Geheimtipps haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Clärchens Ballhaus

Im Spiegelsaal des ältesten Berliner Ballhauses tanzten in der Tat schon ganze Generationen. Gleichzeitig war es mehrfach ein symbolkräftiger Ort für Kunst und Kultur. In Alfred Döblins Roman „Berlin Alexanderplatz“, der die Gesellschaft der früheren Hauptstadt im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts beschreibt, gelangt das Ballhaus zu erster Ehre. In der Neuzeit drehte Tom Cruise hier für seinen Stauffenbergfilm. Heute lohnt sich ein Besuch am Donnerstag, wenn die Sinti Swing Band Django Reinhardt aufspielt. Dann erzeugen die Leuchter und blinden Spiegel eine Atmosphäre längst vergessener Tage. An Sonntagen werden klassische Musikstücke gegeben. Der Saal kann auch an den veranstaltungsfreien Tagen besichtigt werden.

Friedhof Heerstraße

Der Friedhof Heerstraße ist heute ein Gartendenkmal, das vor knapp 100 Jahren rund um die Senke des Sausuhlensees angelegt wurde. Terrassenförmig schlängeln sich die Wege vom Seeufer hinauf zur 20 Meter höher gelegenen Straße. Es ist ein interkonfessioneller Friedhof, auf dem in den ersten Jahren auch viele Juden ihre letzte Ruhestätten fanden. Deshalb wurde der Friedhof in den 30er Jahren durch die Nazis auch teilweise verändert. Auf dem Friedhof wurden viele Prominente beigesetzt, darunter Joachim Ringelnatz und vor ein paar Jahren Loriot.

Liebermann Villa

Seine Villa und den Garten hat der Künstler Max Lieberann auf zahlreichen Bildern seines Spätwerks verewigt. Seit 2006 ist die Liebermann Villa und der umliegende Garten für die  Öffentlichkeit zugänglich. Vor allem der Garten, aufgeteilt in mehrere Bereiche, beeindruckt den Besucher zum einen mit dem freien Blick auf den Wannsee, zum anderen durch üppige Blütenstauden, dichte Hainbuchhecken und märchenhafte Birkenwege. Von mancher Gartenbank aus geraten Ansichten ins Blickfeld, die der Maler als Bildmotive wählte und denen man in den ausgestellten Werken in der Villa wieder begegnen kann. Der Villa ist ein Museumsshop und das Café Max mit schönem Blick über Garten und See angegliedert.

Amadiyya Moschee

Die älteste Moschee Deutschlands steht in Berlin Wilmersdorf. Auch wenn das Gebäude eigentlich eher einen indischen Eindruck vermittelt, tatsächlich wurde sie den Grabmoscheen der indischen Mogulfürsten nachempfunden, so war die Moschee doch immer eine Gebetshaus des Islams. Errichtet wurde es in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts nach den Plänen eines Berliner Architekten. Nette Geschichte am Rande: Der Bau der zwei 32 Meter hohen Minarette wurde erst möglich, nachdem die Frauen der Anjuman Religionsgemeinschaft ihren Schmuck verkauft und den Erlös zur Verfügung gestellt hatten. Heute ist in dem Gebäude ein islamisches Informationsbüro beheimatet. Zu den Freitagsgebeten oder nach telefonischer Anmeldung kann es besucht werden.

Fischerkietz

Vor seiner Eingemeindung zu Köpenick war der Kietz ein eigenständiges Fischerdörfchen mit den entsprechenden Fischereirechten. Ein halbes Dutzend der einstöckigen aus dem Ende des 19. Jahrhunderts stammenden Häuser mit ihren Nebengebäuden und den kleinen Höfen sind erhalten und stehen unter Denkmalschutz. In einigen der ehemaligen aber immer noch schön herausgeputzten Fischerhäuser kann übernachtet werden. In Kietz 8, 12 und 21 gibt es ein paar Touristenunterkünfte entweder im 240 Jahre alten Hauptgebäude, in einer alten Bäckerei oder im angeschlossenen Gartenhaus.

Dorfaue Lübars

In den Niederlande heißen sie Ringdorf, in Berlin Dorfaue. Gemeint ist dasselbe: ein Dorf, das ganz traditionell ringförmig um den Dorfkern gebaut wurde. Die Dorfaue Lübars ist der einzige noch erhaltene Dorfkern in dieser Art in Berlin. Ein Barockkirchlein und ein Feuerwehrhaus, das Schulhaus mit schönem Bauerngarten und alten Eichen sowie Maulbeerbäumen bilden den Kern. Darum liegen in engem Kreis Reiterhöfe, einstöckige Bauernhäuser mit klassizistischen Stuckfassaden, ein Stroh gedecktes Kossätenhaus und der große, alte Dorfkrug. Besucher sollten den Termin mit Veranstaltungen des „Labsaals“ abstimmen. Denn allein der historische Tanzboden ist einen Besuch wert.

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