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Hat die Berliner Landespolitik versagt? Studierende finden kaum noch leistbare Wohnungen

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Aktuell gibt es in Berlin rund 183.000 Studierende. Vergleicht man diese Zahl mit den vom Studierendenwerk zur Verfügung stehenden Wohnplätzen, so wird schnell klar, dass der Großteil der Studierenden am freien Wohnungsmarkt nach einem Platz in einer WG oder nach einer Wohnung Ausschau halten muss. Das Studierendenwerk kann nämlich nur 9.400 Plätze vergeben.

Auch Studentenwohnungen werden immer teurer

Der Berliner Landespolitik ist schon seit Jahren bekannt, dass der Wohnraum nicht ausreicht. Schon im Jahr 2013 wurde erstmals angekündigt, 5000 neue Wohnungen zu bauen, die bis zum Jahr 2020 bezugsfertig sein sollten. Im Jahr 2015 wurde vom Senat beschlossen, dass das Studierendenwerk nicht mehr beauftragt werde – ab sofort waren die Immobiliengesellschaft „berlinovo“ und das städtische Wohnungsbauunternehmen zuständig. Passiert ist seit diesem Beschluss nichts – erst 2017 wurden rund 100 neue Plätze eröffnet. Der Senat weiß jedoch, dass er nun aktiv werden muss. Denn nun sind es nämlich private Investoren, die den Studierenden sogenannte „Studentenwohnungen“ anbieten und rund 30 Euro/Quadratmeter verlangen. Das ist für den Großteil der Studierenden unbezahlbar. Vor allem auch dann, wenn die Studierenden zudem gerade einmal 250 Euro Wohngeld vom BAföG bekommen – das geht sich einfach nicht aus.

Studentenwohnungen sind schwer zu finden

Müller fordert die Erhöhung der BAföG-Wohnpauschale

Folgt man der Studie der „Studenten-WG.de“, einer Wohnungs-Börse, so kostet ein klassisches Zimmer in einer Wohngemeinschaft – im Durchschnitt – 407 Euro. Für einen Platz in einem privaten Studentenwohnheim müssen rund 600 Euro bezahlt werden. Michael Müller, Berlins regierender Bürgermeister, startete bereits im Oktober die Bundesratsinitiative, die BAföG-Wohnpauschale müsse erhöht werden. „Studenten, die ein geringes Einkommen haben, können diese finanzielle Belastung nicht tragen“, so Müller. In weiterer Folge soll nun Steffen Krach, Müllers Wissenschaft- und Forschungs-Staatssekretär, dafür sorgen, dass die 5000 Wohnungen, die von Seiten der Politik versprochen wurden, nun endlich gebaut werden. „Wir müssen uns jetzt noch mehr anstrengen“, so Krach.

Tipps und Tricks für Wohnungssuchende

Die Studierenden sollten immer einen Blick auf die „Schwarzen Bretter“ der Universitäten werfen und mitunter – wenn es keine Anzeigen gibt, dass in einer WG ein Zimmer frei geworden ist – selbst Gesuche aufhängen. Zudem gibt es Berlin einige Tageszeitungen, in denen ebenfalls Wohnungen oder Zimmer in Wohngemeinschaften angeboten werden. Eine weitere Möglichkeit, die auch von Seiten des Studierendenwerks empfohlen wird, sind kurzfristige Übernachtungsmöglichkeiten in günstigen Hotels. Angebote gibt es auch von der landeseigenen Immobiliengesellschaft „berlinovo“ und den städtischen Wohnungsbaugesellschaften. Persönliche Beratung gibt es bei den Wohnheimverwaltungen und auch direkt beim Studierendenwerk. Auf der Homepage des Studierendenwerks finden sich auch zahlreiche Links zu den städtischen Wohnungsanbietern und auch Links zu Wohnraumbörsen, die von privaten Vermietern betrieben werden. Zudem gibt es auch einige Portale, die von den Studierenden genutzt werden können – so etwa „studenten-wg.de“, „wg-cast.de“ oder auch „wg-gesucht.de“. Hier finden sich zahlreiche Angebote; auch Gesuche können hier platziert werden. Sucht man eine Wohnung, so sollte man über die Portale „Immobilienscout24.de“ oder „Immonet.de“ suchen.

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