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Lasst uns nicht vergessen

Holocaust, Gedenktag, Denkmal, nicht vergessen
  • Juni 1999 – Der Bundestag beschließt ein Denkmal für die ermordeten Juden in Europa nahe dem Brandenburger Tor zu errichten.
  • Mai 2005 – Nach zwei Jahren Bauzeit durch den amerikanischen Architekten Peter Eismann wird das Mahnmal eröffnet.
  • 2017 jährte sich der Holocaust Gedenktag zum 72. Male.

Schlägt man heutzutage die Zeitung auf oder sieht die Nachrichten, geht es in jedem zweiten Bericht darum, dass sich die Menschen untereinander bekriegen und töten. Irgendwie scheint sich dies wie ein roter Faden durch die Geschichte der Menschheit zu ziehen und deswegen ist es umso wichtiger nicht zu vergessen. 2017 gab es einige Menschen, vor allem in Berlin, die Courage und Mut bewiesen haben. Sie haben nicht vergessen, dass die Todesmaschinerie Millionen von Opfern gefordert hat. Sie haben nicht vergessen, was passiert ist und sie sorgen dafür, dass auch die Nachwelt es nicht so schnell vergessen werden kann.

12. Juni – der Anne Frank Tag

Das Mädchen mit dem Tagebuch ist vielen ein Begriff. In ihren Zeilen schilderte sie die traumatischen Erlebnisse und erschütternden Zustände, denen vielen Juden ausgesetzt waren.
Heute wird erstmals von der Anne Frank Schule im Tiergarten Berlin, der erste bundesweite Anne Frank Tag eröffnet. Das Berliner Anne Frank Zentrum hat in diesem Jahr sieben Tafeln an über 70 Schulen verschickt. Auf diesen Tafeln wird den Kindern das Leben von Anne Frank erklärt. Das Wissen über den Holocaust darf nie in Vergessenheit geraten und muss bereits in der Schule präsent sein. Die Kinder müssen lernen, wozu Rassenhass führen kann und gerade in der heutigen Zeit wird mit diesem Projekt ein aussagekräftiges Statement gesetzt.

Shahak Shapira setzt ein neues Mahnmal

Offensichtlich ist vielen Menschen nicht bewusst, wofür die Stelen am Berliner Holocaust Mahnmal stehen. Anstatt bedächtig und still den über sechs Millionen von Nationalsozialisten ermordeten Juden zu gedenken, posieren die Touristen für Selfies, hüpfen auf den Stelen herum, packen ihre Jause darauf aus oder Schlimmeres. Shapira, dessen Großvater, den Holocaust überlebt hat, wehrt sich nun vehement gegen diese respekt- und pietätlosen Akte. Aus dem Netz sammelt er alle Aufnahmen und Selfies rund um das Mahnmal. Anschließend vermischt er diese Bilder mit historischen Fotos von Konzentrationslagern und Massengräbern. Dazu baut er einen Vorher-Nachher-Effekt ein: Bewegt der Betrachter die Maus über die Selfies wird so ein Stelen an dem sich jemand anlehnt, zu einem Leichenhaufen. Ein vielleicht im ersten Moment etwas drastischer Kunstakt, auf den zweiten Blick aber ein Mensch, der beherzt und tapfer Verantwortung übernimmt und für die spricht, die es nicht mehr können.

Ein Mahnmal im Reichstag

Seit diesem Jahr ziert der Bilderzyklus „Birkenau“ von Gerhard Richter den Berliner Reichstag. Ein Bilderzyklus von vier abstrakten Bildern, entstanden nach Fotos die Häftlinge geheim im NS – Vernichtungslager Ausschwitz-Birkenau geschossen hatten. Der 1932 in Dresden geborene Künstler, ist einer der wichtigsten zeitgenössischen Künstler Europas. Seine Werke erzielen auf dem Markt Spitzenpreise. Er selbst wurde in seiner Familiengeschichte durch den Nationalsozialismus beeinflusst und deswegen müssen diese Erinnerungen, seiner Meinung nach, ganz bewusst im Bewusstsein der Menschen gehalten werden.

Lasst uns nicht vergessen, der inoffizielle Slogan von Berlin im Jahre 2017. Ein Weckruf an alle Menschen gerade in Zeiten von Terror und Krieg nie zu vergessen, was der Rassenhass bereits schon einmal in der Geschichte der Menschheit verursacht hat.

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